Reisekrankheit Risikogruppen

Reisekrankheit Risikogruppen

Obwohl eine erhöhte Empfindlichkeit für alle Formen der Reisekrankheit stark individuell abhängig ist, lassen sich statistisch auf die Bevölkerung bezogen durchaus Risikogruppen erkennen. Besonders Kinder (nicht Säuglinge) und Frauen sind überdurchschnittlich oft von Reiseübelkeit betroffen. Reisekrankheit Risikogruppen

Reiseübelkeit bei Kindern

Bei Kindern zwischen 8 und12 Jahren ist Reiseübelkeit oft eher die Regel als die Ausnahme. Schätzungen zu Folge treten bei 90% von Kindern unter 12 Jahren gelegentlich bis regelmäßig Symptome wie Übelkeit, Müdigkeit und Erbrechen auf. Zurückzuführen ist dies hauptsächlich auf die noch besondere Empfindlichkeit des Gleichgewichtsorgans in diesem Alter. Desweiteren sind die abweichenden Sinneneindrücke von Auge, Innenohr und Druckrezeptoren der Haut in frühem Alter noch nicht oft aufgetreten. Die verwirrende und widersprüchliche Verarbeitung der Informationen im Gehirn ist somit neu und besonders irritierend. Wie bereits erwähnt sind Kleinkinder bis zu einem Alter von ca. 2 Jahren deutlich weniger anfällig für Reiseübelkeit. Für Kinder sind bei kurzen Autofahrten Reisekaugummis besonders geignet und werden gerne gekaut.

Reiseübelkeit bei Frauen

Bei Frauen scheint der Auslöser nach aktuellem Stand der Wissenschaft von hormonellen Faktoren beeinflusst zu werden. Die grundsätzlichen Ursachen für Reisekrankheit unterscheiden sich bei Frauen nicht von denen bei Männern. Besondere Empfindlichkeit gegenüber Reiseübelkeit zeigen Frauen dementsprechend vorwiegend während Phasen mit geändertem Hormonhaushalt, wie zum Beispiel während Schwangerschaften und in geringerem Maße zu Beginn der Menstruation. Wie auch bei Männern nimmt die Neigung für Reiseübelkeit mit zunehmendem Alter ab, bei Frauen hängt dies nicht allein von steigender Unempfindlichkeit des Gleichgewichtsorgans sondern eben auch mit sinkendem Hormonspiegel ab.

Psychologische Gründe für Reiseübelkeit

Hatte jemand bereits in der Vergangenheit unter Reiseübelkeit zu leiden kann sich eine negative Erwartungshaltung entwickeln. Ähnlich einer Pawlowschen Prägung, induziert eine bestimmte Umgebung (z.B. ein Bus und dessen Geruch) eine Erwartung erneut Reiseübelkeit zu bekommen. Vor allem bei Kindern ist dieses Phänomen stark ausgeprägt und kann dazu führen dass ihnen tatsächlich schneller schlecht wird und sie nur schwer für weitere Reisen zu begeistern sind. Hier kann es sich durchaus als sinnvoll erweisen den Kindern vorbeugend Reisekaugummis oder Reisetabletten zu verabreichen (siehe Abschnitt Reisetabletten/ Reisekaugummis).

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